Warum Wangerooge?

Urige Unterkünfte

Warum nach Wangerooge in den Urlaub fahren? Im August sind es 13 Grad und es nieselt also verzieht man sich in seine Ferienwohnung, die liebevoll in den Neunzigern eingerichtet wurde. Gelbe Vorhänge mit stilisiert getuschten Tulpen. Becher mit Landschaftsbildern. Kein einziges scharfes Messer. Eine Mikrowelle statt Ofen. Gelb-beigefarbene Tischdecke auf dem Holzfurniertisch. Plastikblumen. Das Kinderzimmer, in dem ich schlafe, ist mit zwei Kinderzeichnungen von Leuchtürmen, einem Piraten (für die Jungen) und einer Prinzessin Lillifee (für die Mädchen – kotz) dekoriert.

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Sonnenuntergang in graurosa

Erlebnis Einkauf

Es gibt zwei Supermärkte, die -spieltheorethisch hochinteressant – direkt nebeneinander sind und immerhin ausreichend Bier bevorraten. Der rechts riecht komisch, hat aber die bessere Auswahl. Beste Einkaufszeit ist zwischen fünf und sieben, da kommt garantiert sonst niemand auf die Idee auf dem Rückweg vom Strand einzukaufen. Bäckerei Rosen backt gute Brötchen.  Ansonsten gibt es einen Buchladen, in dem mir nur ein einziges Buch gefallen hat, und das habe ich schon gelesen (aber man kann zum nächsten Tag bestellen!), Bekleidungsgeschäfte mit Fokus auf „modische“ Funktionskleidung und Kinder. Man kann bei Regen also auch nicht shoppen gehen. Endlich Gelegenheit sich der kapitalistischen Verwertungslogik zu entziehen.

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Sonnenuntergang in blaugrau

Auswärts Essen

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Café Pudding

Außerhalb Italiens besteht beim Essen ohnehin ein Grundproblem, auf den Nordseeinseln verschärft sich die Lage. Mittags zu Kruse gehen und Fischbrötchen essen. Wenn man das dritte Mal in Folge kommt, wird man persönlich begrüßt (was mir und meiner Schwester natürlich niemals passierte). Abends wieder zu Kruse ins Fischrestaurant gehen, nachdem man reserviert hat. Unter gar keinen Umständen Pizza auf Wangerooge essen, ich habe sie aus sicherer Entfernung gemustert. Kaffee und Kuchen gibt’s bei schöner Aussicht auf den regennassen Strand vom Café Pudding aus. Nach dem zweiten Stück Himberkuchen find ich es nicht mehr so schlimm seit Berlin keine Sonne mehr gesehen zu haben.

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Sonnenuntergang in schwarzblau

Kultur

Auf Wangerooge zahlt man Kurtaxe. Dafür werden dann abends auch Konzerte organisiert. Endzwanziger spielen die Lieder aus der Jugend der anwesenden Eltern und werden von unter 13-Jährigen bejubelt. Cheers. Und es gibt ein Kino in dem man sich die Blockbuster anschauen kann, die man im letzten Jahr verpasst hat.

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Sand

Mehr Meer

Die Nordsee ist die Hälfte der Zeit weg. Für die Stadtkinder: das sind die Gezeiten, die haben was mit dem Mond zu tun. Auf den Inseln bedeutet das aber, dass man das Meer noch sehen kann aber mehr Strand zum Spazierengehen hat. Und seien wir ehrlich, zum Baden ist das Wasser ohnehin zu kalt.

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Strandkorbtreffen

Und warum soll ich da jetzt hin?

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Mit der Schwester macht alles Spaß

Nimm Deine Geschwister, Deine ganze Familie. Koch mit ihnen zusammen. Iss zu viel und danach Nachtisch. Rede mal wieder mit allen. Lass währenddessen einen Fernsehsender laufen, den Du sonst nie schauen würdest. Mach dem Crepemann schöne Augen, weil er der einzige Mann ist, der kein Kind ist oder hat. Trink herbes Bier. Zieh Deine Regenjacke an und mach eine Fahrradtour. Umrunde die Ostspitze der Insel mit Deiner kleinen Cousine und feuer sie beim Laufradfahren an. Bau eine Sandburg, (dafür ist feuchter Sand ohnehin gut geeignet). Freu Dich über jede Minute Sonnenschein und zieh sofort den Bikini an. Setz Dich den ganzen Tag in den Strandkorb und komm nur zum Essen raus. Nächstes Mal geht’s wieder in den Süden.

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Sonnenuntergang

 

Ein Kommentar bei „Warum Wangerooge?“

  1. Hmm, ich dachte, wenn man eh nicht Baden kann, muss man gar nicht im Sommer hinfahren. Meer nur zum angucken!
    Sind heute in Ligurien angekommen. Gefühlte Wassertemperatur 25 grad, glasklar, alles voller Fische und das, obwohl es wegen 30 Grad nicht gerade leer ist. Ich glaube, ich bin auch nicht so der nordische Txo. :o) Onki

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