10 Dinge in Warschau, die Du Dir nicht entgehen lassen solltest

„Fahrt doch lieber nach Krakau oder Breslau, da ist es viel schöner.“ bekommen meine Schwester und ich zu hören, als wir unsere Zugfahrkarten buchen. Warschau ist nicht hässlich, Warschau ist unterschätzt. Es gibt viel zu entdecken, hier sind unsere 10 Lieblinge, die Du Dir nicht entgehen lassen solltest. Und nach Krakau fahren wir irgendwann auch noch.

1. „Alt“stadtspaziergang

Altstadt

Ja. Alles hier ist Fake. Nachdem die Wehrmacht aus Warschau abzog, war fast nichts mehr von der Stadt übrig, die Innenstadt wurde von den Deutschen systematisch zerstört. Aber die Altstadt wurde wieder aufgebaut und ist jetzt mit ihren engen Gassen, schiefen Häusern und ockerfarbenen Fassaden sogar Unesco Welterbe. Sie lohnt einen Nachmittagsspaziergang und wenn es nur ist, um zu sehen, was Restaurationskunst ist.

 

 

Akutes Glück im Restaurant

2. Das polnische Essen

In Warschau gibt es alles, instagrammbare Hipsterpfannkuchen, Deftiges zu günstigen Preisen in den Milchbars, die leckersten Pieroggi der Welt, feine Konditoreien, fragwürdige aber großartige überbackene Champignonbaguettes, vegane Bistros und gute Vietnamesen. Am besten, Du isst so viel Du kannst, dann erreichst Du maximale Glücksgefühle. Jedenfalls hat das bei uns geklappt.

3. Polin – Museum der Geschichte der polnischen Juden

Polin – Museum der Geschichte der polnischen Juden

Das Museum der Geschichte der polnischen Juden, kurz Polin, wurde als europäisches Museum des Jahres 2016 ausgezeichnet. Und zwar ganz zu Recht. In großartiger Architektur durchwandert man das Leben der jüdischen Bevölkerung in Polen von seinen Anfängen im Schtetl über den Holocaust bis heute. In Warschau kann man vom jüdischen Ghetto nicht mehr viel sehen, aber hier ist ein typischer Straßenzug rekonstruiert. Nimm Dir Zeit für dieses Museum und plane Pausen ein, denn viele Inhalte gehen einem sehr nahe. Wir sind in vier Stunden nicht fertig geworden und kommen bestimmt wieder.

4. Museum des Warschauer Aufstands

Viel weniger überzeugt mich das Museum des Warschauer Aufstands. Der polnische Widerstand gegen die nationalsozialistische deutsche Besatzung war groß und Warschau lehnte sich als ganze Stadt auf. Und jetzt wird dieser wichtigen Ereignisse und ihrer Heldinnen und Helden mit dumpfem Nationalismus gedacht. Bevor Du das Museum besuchst, solltest Du Dich etwas über den Aufstand informiert haben, nicht alles ist stringent aufbereitet und auf Englisch verfügbar.

5. Besuch in einem Trash-Club

Natürlich gibt es im jungen Warschau ein wildes Nachtleben mit tollen Elektro-DJs. Viel mehr Spaß machen aber die kleinen Trash-Clubs wie das Seta i Galerata. Zu den Resten der 80er, 90er und 2000er gibt es Snacks, billiges Bier und einen Haufen Verehrer, die einem zujubeln, bis man erklärt, dass man tatsächlich nur hier sei, um mit seiner Schwester zu tanzen.

6. Fotoplastikon

Seit mehr als hundert Jahren werden im Fotoplastikon wechselnde Bilderserien gezeigt. In diesem Kaiserpanorama setzt man sich vor zwei Gucklöcher und sieht dann dreidimensionale Impressionen des alten Warschaus an sich vorbeiziehen. Die teilweise handcolorierten Fotos sind ein großer Spaß, nur der Eingang im Hinterhof ist gar nicht leicht zu finden.

Praga

7. Praga

Auf der östlichen Weichselseite, nur ein Kurzstreckenticket vom Touristenzentrum entfernt, findet man den spannenden Stadtteil Praga. Weil hier nie irgendwas renoviert wurde, sind die Häuser heruntergekommen und die Mieten noch niedrig. Aber es gibt schon erste Bioläden und Cafés, in denen der Kaffee von tätowierten Jünglingen handgefiltert wird.

Neonmuzeum

8. Neonmuzeum

Wenn ihr schon in Praga seid, müsst ihr das außergewöhnliche Neonuzeum besuchen. Es stellt polnische Neonschilder aus der Sowjetzeit aus, als mit den hellen Installationen dem westlichen Kapitalismus begegnet werden sollte. Wenn Du auf dem Weg dorthin denkst, Du hast Dich verlaufen, dann musst Du noch fünf bis zehn Minuten weiter geradeaus laufen.

Kulturpalast

9. Kino im Kulturpalast

In Polen werden Filme nicht synchronisiert. Das hat zwei Folgen: alle können Englisch und man kann einfach ins Kino stiefeln. Die einzige Hürde sind die übersetzten Titel, aber mit Plakateraten kommt man sehr weit. Wir gehen ins Kino im Kulturpalast, dem Zuckerbäckermonstrum, das Stalin Warschau geschenkt hat.

10. Die Warschauer Bars

Überall in Warschau sind gute Bars, insbesondere in den Hinterhöfen der Ulica Nowy Świat gibt es einiges zu entdecken. Aber wir finden schnell unsere Lieblingsbar: In der Grizzly Gin Bar gibt es Gin Tonics, die sogar mir schmecken. Außerdem haben sie eine eigene Brauerei. Die Bartender sehen gut aus und behalten auch noch beim wilden Cocktailschütteln den Tresen im Blick, alle Gäste sind schön und außerdem ist das Motto der Bar das berühmte Mahatma Gandhi Zitat: „If you’re going to be a bear, be a grizzly.“

Lass Dir Warschau nicht entgehen!

Also, Warschau ist spannend und aufregend. Lass Dir einen Besuch nicht entgehen, nur weil die Stadt optisch nicht mit Paris mithalten kann. Dafür ist alles günstiger, wilder und läuft lässiger. Unser letzter Tipp: unbedingt mit der Bahn anreisen. Es gibt günstige Sparpreise, in den Zügen wird gratis Tee serviert und im Abteil lernt man lauter nette Menschen kennen.

 

Für weitere Inspiration kann ich diesen tollen Blogbeitrag empfehlen.

Warst Du schon in Warschau und hast noch mehr Tipps? Teile sie in den Kommentaren!

 

 

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